Sommer, Sonne, Hitzschlag – Tipps für heisse Tage

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Der Sommer ist da und mit ihm die grosse Hitze. So sehr wir uns über lange Tage und Sonnenschein freuen, so sehr fluchen wir über Sonnenbrand und überhitzte Wohnungen. Hier erfährst du wie du entspannt durch den Sommer kommst und warum du nicht sorglos mit Sonne und Hitze umgehen solltest.

 

Ich bin in Spanien, an der Costa Blanca, aufgewachsen. Mein Alltag fand dort statt wo andere Urlaub machen und für viele mag dies wie ein Traum klingen. Das ganze Jahr Sonnenschein, Strand und Meer. Es ist ein schönes Leben und ein schönes Aufwachsen, aber auch für uns, die wir das ganze Jahr in einem heissen Land leben, sind 40 Grad (im Schatten!) im Sommer die Hölle. Wir wurden von den Touristen für viele Verhaltensweisen oft belächelt und wenn es uns abends super ging, während sie mit Sonnenbrand, Kopfschmerzen und todmüde vor sich hin vegetierten, hiess es einfach dass wir es ja gewohnt sind. Die Wahrheit ist aber dass wir einfach wussten und wissen wie man sich bei solchen Temperaturen verhält, denn wenn man nicht nur 14 Tage sondern volle drei Monate Sommer erlebt, kann falsches Verhalten lebensbedrohlich werden.

Ich hatte nur ein Mal in meinem Leben einen Sonnenstich, kurz nachdem ich nach Deutschland gezogen war. Ich wurde für mein Verhalten und meine Vorsicht andauernd aufgezogen und beschloss, mitten im Rekordsommer 2006, mich anzupassen. Wer einmal einen Hitzschlag, Sonnenstich oder starke Dehydrierung erlebt, macht diesen Fehler nie wieder. Es tut einfach nur weh, man fühlt sich hundeelend, kann nicht wirklich etwas dagegen tun und möchte nur einschlafen und erst wieder aufwachen wenn es vorbei ist. Ich wünsche diese Erfahrung niemandem. Ich hatte Glück, dass ich die Symptome noch früh genug erkannte und wusste was zu tun ist. Wer sich nie damit auseinandersetzt, erkennt einen Hitzschlag, Sonnenstich oder eine Dehydrierung vielleicht nicht so schnell und bringt sich damit in ernsthafte Gefahr. Vor allem bei älteren Menschen, Kindern und Menschen mit bestehenden Erkrankungen kann die Sonne lebensgefährlich werden und das nicht erst bei Wüstentemperaturen.

Bitte nimm dir Warnungen zu Herzen, pass auf dich auf und achte auch auf Andere.

 


Allgemeines zur Sicherheit an heissen Sommertagen:

  • Schütze deinen Körper:

So verlockend es auch ist in kurzer Hose und Bikini rumzulaufen, so gefährlich ist es für deinen Körper. Wenn du im Alltag draussen bist oder planst dich länger als ein paar Minuten in der Sonne aufzuhalten, solltest du deinen Körper angemessen schützen. Neben der obligatorischen Sonnencreme sollte auch angemessene Kleidung wichtig für dich sein. Luftige, lange Kleidung schützt dich vor der Sonne und Naturfasern wie Baumwolle und Leinen sind leicht genug dass du nicht überhitzt. Es scheint unlogisch, aber je heisser ein Land ist, desto länger wird die Kleidung der Menschen die dort leben. Natürlich will man gerne die Sonne ausnutzen und vielleicht auch braun werden, aber zum einen wird man auch im Schatten braun (die Bräune hält sogar länger) und zum anderen ist es weitaus besser für deinen Körper die Sonne mal 30 oder 60 Minuten bewusst zu geniessen und dann den Rest des Tages deinen Körper zu schützen.
Auch deinen Kopf und deine Augen solltest du mit einem Hut und einer geeigneten Sonnenbrille schützen. Nicht nur weil auch die Kopfhaut einen Sonnenbrand bekommen kann, sondern auch um eine Überhitzung des Kopfes und damit des Gehirns zu vermeiden (Stichwort Sonnenstich und Hitzschlag). Auch bei Hüten rate ich dir zu Naturmaterialien, da sie atmungsaktiver sind und sich somit nicht noch mehr Hitze am Kopf staut.

  • Meide die Mittagssonne:

Zwischen 12 und 15 Uhr solltest du die Sonne komplett meiden. Versuch dich in dieser Zeit zumindest im Schatten aufzuhalten.

  • Hör auf deinen Körper:

Wenn du dich irgendwie unwohl fühlst dann geh aus der Sonne. Hab keine Angst der Spielverderber zu sein, wenn es um deine Gesundheit geht.  Hier findest du die Anzeichen und das richtige Verhalten bei einem Sonnenstich, einem Hitzschlag und einer Dehydrierung.

  • Trinken, trinken, trinken:

Wie ich schon sagte ist eine Dehydrierung nicht witzig, trotzdem unterschätzen viele im Sommer die Gefahr. Hab immer etwas zu trinken in Reichweite. Am besten solltest du mindestens 2 bis 3 Liter Wasser, Tee oder Saftschorle über den Tag verteilt trinken. Wenn du immer ein volles Glas in Reichweite hast wirst du automatisch mehr trinken. Unterwegs solltest du zudem immer eine Flasche dabei haben, auch wenn die Tasche dadurch schwerer wird. Ich persönlich bin kein Fan von PET-Flaschen, darum habe ich immer meine Trinkflasche von Nalgene dabei. Wer gerne auf Plastik verzichten möchte findet auch tolle Flaschen aus Glas z.B. von Reeho oder aus Edelstahl von Klean Kanteen. Viele verwenden auch einfach die hübschen Glasflaschen von Innocent und wir benutzen ab und zu die Glasflaschen vom Eistee von Vapiano. Der Phantasie sind da also keine Grenzen gesetzt.

  • Vermeide Kälteschocks:

Wenn man gemütlich am See oder im Schwimmbad sitzt ist  die Verlockung gross einfach mal schnell ins kühle Nass zu springen. Selbst wenn du jung, gesund und fit bist, kann dieser Schock deinen Kreislauf zusammenbrechen lassen. Auch so passieren immer wieder tragische Unfälle an Badeseen. Geh immer langsam ins Wasser, mach nach und nach Arme und Beine nass und pass vor allem mit aufgeheiztem Kopf auf. Verhalte dich verantwortungsbewusst, schubs niemals jemanden einfach ins Wasser und kläre auch Andere über die Gefahren auf.

  • Hab ein Auge auf deine Kinder, Ältere und Kranke:

Diese Menschen sind im Sommer besonders gefährdet und merken vielleicht gar nicht schnell genug, wenn etwas nicht stimmt. Scheu dich nicht einen älteren Mann anzusprechen, wenn du bemerkst dass er auf der Bank in der Sonne komisch schwankt und creme deine Kinder auch zum fünften Mal ein, egal wie nervig sie das finden. Irgendwann bist du vielleicht mal froh wenn jemand auf dich achtet.

  • Denk auch an deine Tiere:

NIEMALS lässt man ein Tier im Auto! NIEMALS! Auch keine fünf Minuten und auch nicht „nur kurz zum einkaufen“. Jedes Jahr müssen Tiere sterben, weil ihre Besitzer die Gefahr unterschätzen. Bitte hilf mit auf dieses Thema aufmerksam zu machen.

Die Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz verteilt kostenlos Plakate und Informationsbroschüren zu dem Thema. Über diesen Link kannst du dir die Plakate, sowie die Broschüren „Tiere haben Rechte“ und „Erste Hilfe für Hund und Katze“ bestellen oder als Pdf herunterladen.
In Deutschland informiert Tasso zu dem Thema. Hier findest du ebenfalls Plakate und weitere Informationen.

Worauf du im Sommer sonst noch achten solltest, damit es deinen Tieren gut geht ist hier sehr gut zusammengefasst.

“Sommer - Todesfalle Auto“Sommer - Hund im Backofen

 


So hältst du dich kühl bei sommerlichen Temperaturen:

  • Luftige Kleidung:

So hübsch das enge Top und die neue Jeans auch sind, lass sie im Schrank und greif stattdessen zu lockeren Klamotten. Ein luftiger Maxirock oder ein Leinenhemd fühlen sich gleich viel besser an.

  • Bleib entspannt und geh es ruhig an:

Sicher hast du schon mal etwas von der „Siesta“ gehört. Es wirkt in unseren Breitengraden oft befremdlich sich mittags schlafen zu legen aber kennen wir insgeheim nicht alle diese bleierne Müdigkeit am Mittag, vor allem wenn es so richtig heiss ist? Wenn du kannst dann leg dich hin wenn dir nach einem Mittagsschlaf ist. 10 bis 20 Minuten machen oft schon einen riesigen Unterschied und verhindern dass die Müdigkeit dich bis Abends begleitet.

Aber auch sonst sind die extrem heissen tage nicht der richtige Zeitpunkt um dich so richtig auszupowern. Sporteinheiten können auch mal drinnen stattfinden und die Joggingrunde ist früh morgens und spät abends auch viel angenehmer. Tagsüber solltest du lieber versuchen etwas gemütlicher zu machen, auch wenn es manchmal schwer fällt.

  • Vermeide Kaltes (Eis, kalte Getränke, kalte Dusche):

Wenn du versuchst deinen Körper runterzukühlen erreichst du das Gegenteil. Um die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten wärmt er gegen an und dir wird noch heisser. Mach es wie die Wüstenvölker und trink einen warmen Tee statt der eiskalten Cola. Duschen solltest du besser lauwarm statt kalt. So muss der Körper nicht gegen an heizen und dein Kreislauf wird nicht so sehr belastet.

  • Iss leicht:

Die meisten mögen bei diesem Wetter sowieso nicht viel und nicht deftig essen. Du solltest da auf deinen Körper hören und dir etwas Leichtes gönnen. Deftiges Essen macht nicht nur müde bei der Hitze, sondern erzeugt auch noch zusätzlich Wärme im Körper, da er für die Verdauung mehr Energie aufwenden muss. Orientiere dich an der mediterranen oder orientalischen Küche. Wie wäre es z.B. mit einem Salat mit Hähnchenbrust vom Grill, spanischem Gazpacho oder Tabouleh mit frischen Kräutern?

  • Wasser über den Puls laufen lassen:

Wenn es schnell gehen muss oder du Probleme mit dem Kreislauf bekommst, hilft es sich kühles Wasser über die Innenseite der Handgelenke laufen zu lassen. Die Kälte wird über die Blutgefässe weiter transportiert. So kühlst du dich etwas ab und bringst gleichzeitig deinen Kreislauf wieder in Schwung.

  • Kühl deine Füsse:

Ein kühles Fussbad, Fusscreme mit Pfefferminze und kühlende Wadencreme wirken Wunder im ganzen Körper. Wenn du im Sommer oft zu geschwollenen Beinen und Füssen neigst wirst du es doppelt geniessen. Ausserdem hilft es die Beine hochzulegen um dir ein wenig Erleichterung zu verschaffen. Wenn du draussen sitzt kann ich dir nur ein Kinderplanschbecken empfehlen. Einfach nur mal fünf Minuten die Füsse darin abkühlen ist eine wahre Wohltat, denn nicht jeder hat einen grossen Pool im Garten. Kleine, günstige (zum einfach mal Füsse reinhalten) findest man überall. Mein persönlicher Favorit (für Kinder oder zum selber mal abkühlen) ist dieser Intexpool, da er einen aufblasbaren Boden und einen recht hohen, stabilen Rand hat. Wir haben zudem einen Hundepool, da Kessi eine kleine Wasserratte ist. Da muss sie dann auch oft damit leben dass ich eine Ecke mit beanspruche. 😉 Unserer war ein Angebot von Fressnapf aber bei Amazon gibt es den gleichen. Hundepools sind stabiler und nicht zum aufblasen. Selbst buddeln und häufiges rein- und herausspringen mit scharfen Krallen hat unserem bisher nichts ausgemacht.

 


So bleibt dein Zuhause kühl:

  • Verbarrikadier dich:

Hast du dich schon mal gewundert dass es in heissen Ländern immer so aussieht als wäre keiner Zuhause? So verlockend es auch sein mag nach den dunklen Monaten, niemand würde in einem südlichen Land auf die Idee kommen tagsüber die Sonne reinzulassen. Geniess das Licht und die Sonne wenn du draussen bist aber lass im Haus dafür alles zu. Nur schon abends oder früh morgens (vor den ersten Sonnenstrahlen) nach dem Lüften alles fest zu schliessen und Rolläden, Gardinen, usw zuzumachen, macht einen riesigen Unterschied. Auch Sonnenschutzfolie soll wahre Wunder bewirken, aber dazu habe ich leider keine persönliche Erfahrung. Wir haben sie nur im Auto, aber dort merkt an auf jeden Fall einen Unterschied.
Im Sommer findet das Leben in warmen Ländern draussen statt, dafür kann man nachts in den kühlen Räumen gut schlafen. Probier es aus. Du wirst den Unterschied merken.

  • Lüfte früh morgens und spät abends:

Man hört es immer wieder aber es hilft wirklich ungemein. Am besten kontrollierst du aber trotzdem vorher ob die Luft draussen überhaupt kühler ist. Wir haben hier zwischen den Bergen oft das Problem, dass die Hitze sich staut und es dadurch selbst nachts heiss bleibt. In solchen Fällen hilft es während eines Gewitters (oder danach, wenn die Luft runtergekühlt wurde) oder früh morgens vor den ersten Sonnenstrahlen zu lüften.

  • Bettlaken an die Fenster:

Kein Geld oder Platz für eine Klimaanlage aber alles geschlossen halten geht auch nicht? Dieser Tipp hilft wenigstens etwas: Wenn du lüften musst, häng feuchte Bettlaken in die Fenster. Dadurch kühlst du die Luft etwas runter.

  • Lass den Herd aus:

Wir denken meistens gar nicht drüber nach aber die Hitze kommt im Sommer nicht nur von draussen. Auch der Herd, Backofen, Wasserkocher, usw produzieren eine enorme Hitze innerhalb der Wohnung. Bei bestimmten Geräten lässt sich das nicht vermeiden. Deinen Kühl- und Gefrierschrank zum Beispiel solltest du darum immer nur kurz öffnen, denn er produziert viel Hitze während er gegen die warme Luft an kühlt.
Bei anderen Geräten können wir allerdings mehr tun. Überlege dir Gerichte für die du gar nicht erst Herd oder Backofen anmachen musst oder benutz bei dem schönen Wetter einfach mal den Grill. Als wir uns vor einigen Jahren einen neuen Grill zugelegt haben, habe ich genau drauf geachtet dass er eine zusätzliche Gasherdplatte hat. Im Sommer ist sie Gold wert, denn so muss ich für ein paar Kartoffeln oder Reis nicht das Ceranfeld anschmeissen und auch der heisse Wasserdampf bleibt draussen.
Ausserdem kann ich dir eine gusseiserne Platte oder solche Grillmatten(die günstigere Variante) für den Grill empfehlen. Damit lässt sich toll ein Stück Hähnchen oder Fisch zum Salat zubereiten und auch Spiegeleier mit Bacon zum Frühstück habe ich so schon komplett draussen gekocht. Alternativ geht natürlich auch Alufolie oder solche Aluschalen.
Ein paar leckere Grillrezepte findest du hier.

Noch ein Tipp: Tee, z.B. für selbstgemachten Eistee, kannst du auch kalt aufgiessen. Er braucht einfach länger zum durchziehen, wird aber genauso gut. Am besten setzt du ihn abends an und stellst ihn dann über Nacht in den Kühlschrank. So hat er genug Zeit um richtig durchzuziehen und du kannst morgens kühlen Eistee geniessen, ohne dass der Kühlschrank den heissen Tee runterkühlen muss.

 


Was ist dein ultimativer Tipp für den Sommer?

 

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